August Exeler ist gestorben
Rheine/Goch (PV). Sein Tod kam überraschend. Er ereilte ihn dort, wo er schon so vielen Jahre seines Lebens von Herzen gern aktiv gewesen war - bei der Ausübung seines Richteramtes auf einem ländlichen Reitturnier.
Der 1953 in Rheine geborene August Exeler war ein Münsterländer, wie er im Buche steht. Aufgewachsen auf dem landwirtschaftlich betriebenen Hof seiner Eltern hatte er seine Liebe zu den Pferden schon als Junge entdeckt. Mit zwölf Jahren sammelte er erste Erfahrungen im Sattel, schon zwei Jahre später fand man ihn in ersten Turnierprüfungen wieder. Er entwickelte eine besondere Liebe für das Springen, wo er Siege und Platzierungen in den Klassen A bis M sammelte. Auch in der Dressur war er bis zur Klasse L erfolgreich. Ein erlittener Unfall setzte seiner aktiven Laufbahn ein Ende, als er etwa 30 Jahre alt war.
August Exeler ließ sich davon aber nicht unterkriegen. Er absolvierte seine Reitwartprüfung bei einem Lehrgang im Kreisreiterverband Steinfurt, der ihn wenige Jahre später für den Einstieg in die Laufbahn als Richter und Parcourschef vorschlug. 1990 legte er seine Richterprüfung ab, 1992 erhielt er sein Zeugnis über die bestandene Parcourschef-Grundprüfung. Er bildete sich konsequent weiter, erlangte die Reife für das Richten von S-Prüfungen und wurde schließlich zum Gutachter in der Disziplin Springen berufen. Mehr als drei Jahrzehnte war August Exeler auf den Turnierplätzen in Westfalen und darüber hinaus unterwegs und der Turniersport wurde ein wichtiger Bestandteil seines Lebenswegs. Richterkollegen, Turnierveranstalter und Reiter kannten ihn als besonnenen Fachmann und schätzen seine Expertise. Sein erworbenes Wissen gab er gern an jüngere Kollegen weiter. „Wir haben viel von ihm lernen dürfen“, erinnert sich Richterkollege Heiner Messing, der den Rat des Springsportexperten sehr schätzte. Wer August Exeler kannte, wird sich an seine meist gute Laune und sein Lachen erinnern, denn der Westfale war gern zu einem kleinen Scherz aufgelegt.
August Exeler war auch als Züchter aktiv. Besondere Freunde hatte ihm ein selbstgezogener Fuchs-Sohn des Bundeschampions Baccardi aus seiner Stute von Laureus-Ferragamo-Der Clou bereitet, der 2018 bei der Körung in Handorf Reservechampion wurde.
Neben dem Turniersport galt seine Leidenschaft der Landwirtschaft, die er mit viel Herzblut ausübte. Den elterlichen Betrieb hatte er zu einem Pensionsstall weiterentwickelt, der selbstverständlich die Futtermittel für die Pferde selbst anbaute. Dann blitzte sein zweite PS-Liebe durch. Sie galt den Treckern, auf denen er sich immer wohlgefühlt hatte, wenn er die Saat ausbrachte oder die Ernte einfuhr. Der Hof Exeler ist die Heimstätte des 1977 gegründete Reitvereins Rheine-Catenhorn, der dort von Beginn an zu Hause ist.
Seine letzte Reise führte August Exeler an den Niederrhein. Gemeinsam mit seinem langjährigen Richterkollegen Heiner Messing war er am Freitag, den 28. März zum Club der Pferdefreunde Goch gereist, um dort das jährliche Spring-Event als Richter zu begleiten.
Bild: Jacques Toffi

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